Fallbeispiele

Kamerun: Schuldenfalle Exportkredite

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Seit zwanzig Jahren zahlt die verarmte Bevölkerung Kameruns für eine Industrieruine namens Cellucam, die nie ordentlich in Betrieb gegangen ist. Gebaut wurde sie von der österreichischen VOEST, finanziert mit Hilfe einer Exportgarantie der Republik Österreich. Nun wird der unbezahlbare Kredit endlich größtenteils entschuldet, der österreichische Steuerzahler zahlt für die Ruine weiter.

Die Zellstofffabrik Cellucam wurde von der VOEST 1980 in Kamerun, einem der ärmsten Länder der Welt, errichtet. Sie arbeitete wegen technischer Probleme nie einwandfrei. Unrealistische Rentabilitätsraten und Fehleinschätzungen des Weltmarktes machten das Werk zu einem Problemfall.

1982 wurde Cellucam nach einer verheerenden Explosion geschlossen. Das Projekt war nicht nur ein ökologisches Desaster - es hinterließ vor allem Schulden. Der Kontrollbank-Bericht 2000 weist offene Forderungen in Höhe von fast 5,5 Milliarden Schilling aus, die zum Großteil auf dieses missglückte Projekt zurückgehen. Damit ist Österreich zu einem der wichtigsten Gläubiger Kameruns geworden. Nun wird ein bedeutender Teil der Außenstände im Rahmen der internationalen Entschuldungsinitiative (HIPC-Initiative) entschuldet. Die Kosten dafür trägt der österreichische Steuerzahler.

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