Türkei bricht potentiell Internationales Recht
Sollte die Türkei alle im GAP Masterplan projektierten Bewässerungsprojekte
realisieren, so wird sich der Wasserfluss in den Irak dramatisch reduzieren.
Bewässerungen sind unmittelbar unterhalb des Ilisu Staudammes (sogen.
Cizre Projekt) geplant. Bereits in der Vergangenheit wurde die Kappung
der Wasserzufuhr als politisch/militärisches Druckmittel angeführt.
Gleichzeitig verkauft die Türkei schon heute das aufgestaute Süßwasser
auf dem Schiffsweg v.a. an Israel. Eine Verschärfung der Wasserkonflikte
im Nahen Osten ist damit vorprogrammiert.

Es gibt zwar Gespräche. Bilaterale Abkommen mit den Nachbarstaaten
existieren jedoch nicht für den Ilisu Staudamm. Damit bringt die
Türkei nicht nur weiteren Zündstoff in eine krisengeschüttete
Region, sie bricht nach Rechtsmeinungen von Experten damit möglicher
Weise auch internationales Recht, wie die UN-Konvention über die
nicht-schiffbare Nutzung grenzüberschreitender Wasserwege, die
UN/ECE-Konvention über den Schutz und die Nutzung grenzüberschreitender
Wasserläufe sowie die ESPOO-Konvention über Umweltverträglichkeitsprüfungen.
Dokumente:
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Expertenstudie der ECA-Watch Kampagne zeigt auf: In
Trockenperioden könnte der Tigris austrocknen, noch bevor er
die Grenze erricht!
Studie (pdf)
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- Schweizer Bundesrat: "Nach Auskunft Syriens und des Iraks verletzt
die Türkei Konsultationspflichten":
"Bei der Prüfung des Projekts werden die Völkerrechtskonformität
und die Einhaltung der massgeblichen Richtlinien der Weltbank evaluiert.
Dabei hat die Türkei als Oberrainerstaat zunächst Informations-
und Konsultationspflichten gegenüber den Unterrainerstaaten, also
Syrien und Irak. Nach Auskunft dieser Staaten ist die Türkei diesen
Verpflichtungen bis anhin nicht effektiv nachgekommen. Dem widerspricht
allerdings die Türkei. Weiter zu beurteilen ist die Einhaltung
der Pflicht zur gerechten Nutzungsaufteilung des Wassers unter den Anrainerstaaten
sowie die Respektierung des Verbotes, den Unterrainerstaaten durch die
geplante Nutzung des Tigris-Flusses einen wesentlichen Schaden zu verursachen.
Dem vorliegenden Umweltverträglichkeitsbericht des Konsortiums
sind keine Aussagen zu den grenzüberschreitenden Auswirkungen des
geplanten Staudammes zu entnehmen. Weitere Abklärungen zu diesen
Aspekten sind deshalb im Gange. Deren Ergebnisse werden vom Bundesrat
berücksichtigt werden. " (Schweizer Bundesrat 17.Mai
2006)
zum Originaltext (Interpellation, pdf)
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2001 fuhr die Ilisu Kampagne nach Syrien und Irak
um dir rechtliche und politische Situation mit dem zuständigen
Wasserministern zu klären.
Fact Finding Mission Report (pdf)
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Der Türkische Sicherheitsrat hat angekündigt
den Staudamm jedenfalls noch vor einem Beitritt verwirklichen zu wollen,
da er gegen EU Recht verstößt.
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